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Bildungsurlaub: Anspruch nach Bundesländern

Urlaubs- und Abwesenheitsverwaltung für Firmen, Teams und datensensible Branchen.

Bildungsurlaub: Anspruch nach Bundesländern

Bildungsurlaub ermöglicht unter den Voraussetzungen des jeweiligen Landesrechts eine bezahlte Freistellung für Weiterbildung. Hier finden Sie die 14 Länder mit einem aktuell nutzbaren gesetzlichen Anspruch, die wichtigsten Planungsfragen und die Einordnung für Bayern und Sachsen. Stand: 8. September 2026.

Veröffentlicht am · Letzte Aktualisierung:

Bildungsurlaub, Bildungszeit oder Bildungsfreistellung?

Die Bezeichnungen unterscheiden sich, ebenso die Voraussetzungen. In Nordrhein-Westfalen heißt die gesetzliche Grundlage Arbeitnehmerweiterbildungsgesetz; in Baden-Württemberg und Berlin ist von Bildungszeit die Rede. Welche Regelung für Sie gilt, hängt vom Beschäftigungsverhältnis und der Landeszuordnung ab. Häufig ist der Tätigkeitsschwerpunkt entscheidend. Prüfen Sie bei Homeoffice, wechselnden Einsatzorten oder Pendeln über Landesgrenzen die Zuordnung mit Ihrer Personalstelle.

Die Freistellung für Weiterbildung sollte getrennt vom Erholungsurlaub geplant werden. Die Tageszahl allein genügt nicht: Wartezeit, Wochenarbeitstage, Anerkennung und mögliche betriebliche Ausnahmen gehören zur Prüfung. Auch Ausbildung und Beamtenverhältnisse können abweichenden Regeln unterliegen. Die nachfolgende Tabelle nennt deshalb Regelwerte für Beschäftigte mit einer Fünftagewoche; die Landesseiten erläutern Voraussetzungen und Grenzen.

Anspruch nach Bundesländern im Überblick

Bildungsfreistellung: Regelumfang und Antrag beim Arbeitgeber, Stand 8. September 2026. Details und Quellen auf den verlinkten Landesseiten.
BundeslandRegelumfangAntragsvorlauf
Baden-Württemberg5 Arbeitstage je Kalenderjahrspätestens 9 Wochen vor Beginn
Berlin5 Arbeitstage je Kalenderjahrgrundsätzlich 6 Wochen vor Beginn
Brandenburg10 Arbeitstage in 2 aufeinanderfolgenden Kalenderjahrenspätestens 6 Wochen vor Beginn
Bremen10 Arbeitstage in 2 aufeinanderfolgenden Kalenderjahrenin der Regel 4 Wochen vor Beginn
Hamburg10 Arbeitstage in 2 Kalenderjahrenin der Regel 6 Wochen vor Beginn
Hessen5 Arbeitstage je Kalenderjahrspätestens 6 Wochen vor Beginn
Mecklenburg-Vorpommern10 Arbeitstage in 2 aufeinanderfolgenden Kalenderjahrenin der Regel mindestens 8 Wochen vor Beginn
Niedersachsen5 Arbeitstage je Kalenderjahrin der Regel mindestens 4 Wochen vor Beginn
Nordrhein-Westfalen5 Arbeitstage je Kalenderjahrmindestens 6 Wochen vor Beginn
Rheinland-Pfalz10 Arbeitstage in 2 Kalenderjahrenspätestens 6 Wochen vor Beginn
Saarlandbis zu 5 Arbeitstage je Kalenderjahrspätestens 6 Wochen vor Beginn
Sachsen-Anhalt5 Arbeitstage je Kalenderjahrin der Regel mindestens 6 Wochen vor Beginn
Schleswig-Holstein5 Arbeitstage je Kalenderjahrin der Regel 6 Wochen vor Beginn
Thüringen5 Arbeitstage je Kalenderjahrmindestens 8 Wochen vor Beginn
BayernKein allgemeiner gesetzlicher LandesanspruchVereinbarungen prüfen
Sachsen2026 noch kein Anspruch; Qualifizierungszeit ab 2027Neue Landesregelung für 2027 prüfen

„Pro Jahr“ und „in zwei Kalenderjahren“ sind unterschiedliche Bezugsgrößen. Übertragen Sie Resttage nicht automatisch. Prüfen Sie für eine längere Weiterbildung, ob und unter welchen Bedingungen eine Zusammenfassung erlaubt ist. Antragsfristen in dieser Tabelle betreffen Beschäftigte; für die Anerkennung durch Bildungsträger gelten eigene Verfahren und Vorlaufzeiten.

Bildungsurlaub in Bayern: kein allgemeiner Landesanspruch

Bayern hat keinen allgemeinen gesetzlichen Bildungsurlaubsanspruch. Das bedeutet nicht, dass eine Freistellung für Weiterbildung ausgeschlossen wäre. Prüfen Sie Arbeitsvertrag, Tarifvertrag oder eine freiwillige Vereinbarung mit dem Arbeitgeber. Vereinbaren Sie dabei Zeitraum, Bezahlung und Kostenübernahme ausdrücklich. Ein Wohnsitz in Bayern beantwortet die Landeszuordnung bei einer Tätigkeit außerhalb Bayerns noch nicht. Die Länderübersicht der Kultusministerkonferenz führt Bayern ohne Freistellungsgesetz.

Bildungsurlaub in Sachsen: Anspruch erst ab 2027

Für 2026 besteht in Sachsen noch kein entsprechender allgemeiner Freistellungsanspruch. Der Ausblick ist inzwischen konkret: Nach der amtlichen Information zur Qualifizierungszeit erhalten Beschäftigte ab dem 1. Januar 2027 einen Anspruch auf drei Tage bezahlte Qualifizierungszeit jährlich nach dem Sächsischen Qualifizierungszeitgesetz. Wer für 2027 plant, sollte dort die Anspruchsvoraussetzungen, Ausnahmen und Anerkennung prüfen. Die pauschale Aussage „Sachsen hat kein Gesetz“ wäre daher ohne zeitliche Einordnung überholt.

Baden-Württemberg ist davon zu unterscheiden: Dort besteht bereits ein Bildungszeitanspruch. Die Regierungspräsidien erläutern das BzG BW und veröffentlichen die anerkannten Bildungseinrichtungen.

In fünf Schritten zum vorbereiteten Antrag

  1. Land und Personenkreis klären: Arbeitsort, Beschäftigungsform und Beginn des Arbeitsverhältnisses zusammentragen.
  2. Umfang bestimmen: Wochenarbeitstage, Anspruchszeitraum und bereits genutzte Freistellungen erfassen.
  3. Kurs prüfen: Programm und Anerkennungsnachweis für das einschlägige Land vom Bildungsträger anfordern.
  4. Fristgerecht beantragen: Landesformular oder angepasste Vorlage der Landesseite verwenden; den Eingang dokumentieren.
  5. Entscheidung und Teilnahme festhalten: Verbindliche Buchung abstimmen, Nachweis nach dem Kurs ablegen und den Kalender aktualisieren.

Bei einer Ablehnung sollten Sie Grund, Datum und mögliche Alternativtermine festhalten. Lassen Sie offene Anspruchsfragen klären. Gehen Sie nicht allein wegen einer ausbleibenden Antwort von einer Freistellung aus: Die gesetzlichen Entscheidungsfristen und Folgen unterscheiden sich.

Anerkannte Bildungsträger: die passende Landesliste nutzen

Eine einzige bundesweite Anerkennung gibt es für die hier behandelten Landesansprüche nicht. Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen stellen auf anerkannte Einrichtungen ab; andere Verfahren betreffen die konkrete Veranstaltung. Die Landesseiten verlinken zuständige Portale, Listen und Anerkennungsstellen. Prüfen Sie beim ausgewählten Angebot Termin, Lerninhalte und den passenden Nachweis. Die bloße Bezeichnung „Bildungsurlaub“ im Werbetext ist keine vollständige Entscheidungsgrundlage.

Auch Freistellung und Finanzierung sind getrennte Fragen. Vergleichen Sie Kursgebühr, Reise, Unterkunft und Stornobedingungen und halten Sie eine zugesagte Kostenübernahme schriftlich fest. Aus der bezahlten Freistellung sollten Sie keine ungeprüfte Übernahme sämtlicher Seminarkosten ableiten.

Bildungsurlaub im Teamkalender sichtbar machen

Im SL-Urlaubsplaner können Sie Bildungsurlaub als eigenes Abwesenheitskürzel führen. Prüfen Sie dessen Einstellung und halten Sie die Tage getrennt vom Erholungsurlaub. Das Kürzel dokumentiert die Abwesenheit; die rechtliche Anspruchsprüfung erfolgt anhand der Landesregeln. Hilfreich sind daneben Antrag, Entscheidung und Teilnahmebescheinigung in der Personalablage.

Häufige Fragen

Gibt es Bildungsurlaub in allen Bundesländern?

Stand 8. September 2026 besteht in 14 Ländern ein gesetzlicher Freistellungsanspruch. Bayern hat keinen allgemeinen Landesanspruch. In Sachsen beginnt der Anspruch auf Qualifizierungszeit am 1. Januar 2027.

Hat Baden-Württemberg einen gesetzlichen Anspruch?

Ja. Das Bildungszeitgesetz Baden-Württemberg sieht für berechtigte Beschäftigte Bildungszeit vor.

Reicht die Buchung eines Weiterbildungskurses?

Nein. Prüfen Sie den persönlichen Anspruch, die Anerkennung nach dem einschlägigen Landesrecht und das Antragsverfahren beim Arbeitgeber. Eine Buchung ersetzt die Freistellung nicht.

Quellen und Aktualität

Geprüft anhand der folgenden Primärquellen. Allgemeine Information ohne Gewähr; keine Rechtsberatung.

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